#bedforawayfans im Stadionheft des AS Monaco

Fußballgeschichte schreibt sich fort: die Neuzugänge in unserer Ausstellung

Das Rad der (Fußball-)Geschichte dreht sich ständig weiter. Das spiegelt sich auch in unserer Ausstellung wider. Regelmäßig setzen sich unsere Kuratoren mit Themen und Exponaten auseinander und überlegen, welche aufgenommen werden können. Ein wichtiges Kriterium ist, dass ein Objekt eine Geschichte zu erzählen hat – im Idealfall mehrere.

Zwei Exponate, die neu eingebracht wurden, stehen für die verschiedenen Seiten des Fußballs: die hässliche Fratze, aber auch die verbindende Kraft. Und sie sind (im wahrsten Sinne des Wortes) brandaktuell.

Die hässliche Seite des schönen Spiels

Zuletzt war das Pokalspiel Rostock – Berlin von schweren Ausschreitungen überschattet. Brennende Feuerwerkskörper, schwarzer Rauch, Sitzschalen als Wurfgeschosse – ein „Pyro-Skandal“, wie die Medien schreiben.

Zwischen Fans und Sicherheitsexperten von DFB und DFL sind Bengalos in den Stadien seit langem ein kontroverses Thema. Die Forderung nach einem „atmosphärischen Stadionerlebnis“ widerspricht der Rechtslage und der Zuschauersicherheit. Diese wohl unvereinbaren Positionen symbolisieren und thematisieren wir im Ausstellungsbereich „117 Jahre DFB-Geschichte“ anhand zweier Bengalfackeln. Bei derartigen Ausschreitungen und Gewalt kann man nicht mehr von normaler, den Fußball prägenden Fan-Rivalität sprechen. Und die bange Frage steht im Raum: Muss denn erst etwas Schlimmes passieren, dass die Beteiligten zur Vernunft kommen?

Fußball verbindet

Zum Glück gibt es auch genug Beispiele für Fan-Freundschaften. Die Anhänger des AS Monaco und von Borussia Dortmund waren untereinander allerdings vor dem 11. April nicht besonders verbandelt; vermutlich freuten sich die meisten einfach auf ein spannendes Spiel. Doch der Abend im Frühling hat für die Entstehung einer neuen Fan-Freundschaft gesorgt – wenn auch unter traurigen Umständen. Wir erinnern uns: Als im April dieses Jahres nach einem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund das Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco abgesagt und auf den folgenden Tag verschoben wurde, solidarisierten sich die Fans beider Teams miteinander und boten unter dem Motto #bedforawayfans Essen und Schlafplätze an.

Der Hashtag erwies sich als wirkmächtig; er hat es sogar in die ewige Hashtag-Top 5 aus der Sportwelt gepackt, wie der Nachrichtendienst Twitter kürzlich bekannt gab. Das Schlagwort machte schnell die Runde. Vereine, Verbände, Journalisten & Co. sorgten für die millionenfache Verbreitung in den sozialen Netzwerken.

Nur wenige Stunden nach dem schrecklichen Anschlag und der Spielabsage änderten sich die Bilder in den Nachrichten: Der zerstörte Bus trat in den Hintergrund, den ganzen Abend lang und noch Tage über das Ereignis hinaus wurden Bilder von Dortmunder Abendbrot-Tischen und gemeinsamen Ausflügen via Twitter in der Welt verbreitet. Die monegassischen Auswärts-Fans waren bei den Schwarz-Gelben „zu Gast bei Freunden“. Der AS Monaco stellte die bemerkenswerte Aktion in seinem Stadionheft vor, das nun im Deutschen Fußballmuseum zu sehen ist.

Diese Geschichten hinter den Exponaten zeigen, wie vielfältig und facettenreich der Fußball ist – und damit auch die Dauerausstellung des Deutschen Fußballmuseums.

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