Herbstmeister, Weihnachtsmeister, Wintermeister: Abgerechnet wird am Schluss

Der Titel an sich ist zwar nur ein inoffizieller, aber dennoch ein begehrter. Wer am letzten Spieltag der Hinrunde ganz oben steht, geht als sogenannter Herbstmeister in die Winterpause. Doch obwohl eine Herbstmeisterschaft nie den Vereinsbriefkopf schmücken wird, werten die Bundesliga-Clubs es als gutes Omen, auf dem Platz an der Sonne zu überwintern. Nicht zu Unrecht: 36mal holte der Herbstmeister am Ende der Saison tatsächlich die begehrte „Salatschüssel“. Das entspricht einer Quote von 68%.

Die laufende 54. Bundesliga-Saison weist allerdings ein Kuriosum auf, denn 2016 wird es keinen Herbstmeister geben. Eher einen Weihnachtsmeister nach 16 Begegnungen. Oder einen Wintermeister nach 17 Spieltagen. Entweder grüßt man während der Winterpause den Rest der Liga von Platz 1. Oder man schließt die Hinserie als Erster ab. Oder eben beides. Wer kann, der kann.

Fest steht, dass erstmalig in der Geschichte der Bundesliga der 17. Spieltag und damit der letzte der Hinrunde planmäßig nicht vor den Weihnachtsfeiertagen, sondern erst im Januar ausgespielt wird. Auch in der Vergangenheit kam dies mal vor – allerdings eben nicht durch den Terminkalender vorgegeben, sondern durch witterungsbedingte Spielausfälle.

Und warum das alles? Rio ist der Grund. Weil die deutschen Fußballer in diesem Jahr erstmals seit 1988 an den Olympischen Spielen teilgenommen haben und die Bundesliga eine Woche nach den Sommerspielen startete, fand der erste Spieltag verhältnismäßig spät am letzten August-Wochenende statt. Damit sollte gewährleistet sein, dass das stärkste Aufgebot nach Brasilien reisen konnte. Gelohnt hat es sich allemal, schließlich kamen Horst Hrubeschs Jungs mit der Silbermedaille im Gepäck zurück.

Übrigens: 2016 ist es dem FC Bayern München als erstem Verein der Bundesligahistorie gelungen, zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister zu werden. In allen vier Fällen waren sie zuvor auch Herbstmeister. Dies kann auch 2016/17 als Weihnachts- und/oder Wintermeister wieder passieren.

Allein Aufsteiger RB Leipzig kann den Roten noch einen Strich durch die Rechnung machen und Weihnachtsmeister werden. Und/Oder Wintermeister. Oder beides. Ein Blick in die jüngere Historie zeigt, dass den Liga-Neulingen dieser inoffizielle Titel unterschiedlich gut bekommt: Während der 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/98 sowohl zum Schluss der Hinrunde als auch am Saisonende sensationell oben stand, wurde die TSG 1899 Hoffenheim 2008/09 zwar Herbstmeister, musste den Titel aber am Ende den Wolfsburgern überlassen. Wie RB Leipzig letztlich abschneidet, wissen wir erst am 20. Mai 2017. Denn egal ob Herbst-, Weihnachts- oder Wintermeister: Abgerechnet wird am Schluss.

Foto: Roesner

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