Schulbesuch im Deutschen Fußballmuseum

Das Deutsche Fußballmuseum feiert 1. Geburtstag

Ein Jahr Deutsches Fußballmuseum! Über 200.000 Besucherinnen und Besucher sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Gesellschaft pilgerten seit der Eröffnung im Oktober 2015 in den neuen „Ballfahrtsort“ in Dortmund. Was sind das für Leute, die sich für das  multimediale Ausstellungs- und vielseitige Veranstaltungshaus begeistern? Eine – nicht immer ganz ernst gemeinte – Einordnung als kleine Rückschau auf zwölf ereignisreiche Monate.

Die Ranghöchsten: Die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft ließ es sich bei der Eröffnungsgala am 23. Oktober 2015 nicht nehmen, persönlich ihre Grußworte zu übermitteln. Auch Wirtschaftsminister Garrelt Duin stattete auf seiner viertägigen Sommerreise zu touristischen Zielen in NRW dem Deutschen Fußballmuseum einen Besuch ab. Der ranghöchste politische Repräsentant kam privat nach Dortmund: Nobert Lammert, als Bundestagspräsident zweiter Mann im Staate, hatte es bei seiner Anreise aus seinem Heimatort Bochum nicht weit, um die Ausstellung zu 140 Jahren deutscher Fußballgeschichte zu erkunden.

Die Cleversten: Neun Fußballfans aus Tirol hatten sich am 25. Spieltag der vergangenen Bundesliga-Saison anlässlich des Bundesliga-Gipfels zwischen dem BVB und dem FC Bayern auf den Weg nach Dortmund gemacht und ihren Aufenthalt von vornherein in Verbindung mit dem Besuch des Deutschen Fußballmuseums geplant. Da der Eintritt ab einer Gruppenstärke von 11 Personen vergünstigt ist, vereinnahmten sie bei ihrer Ankunft im Museums-Foyer sogleich zwei weitere Fußballbegeisterte aus Unterfranken und lösten dann das entsprechende Gruppenticket. Schöner und überraschender Nebeneffekt: Es handelte sich dabei um die 100.000. verkaufte Eintrittskarte. Als kleines Dankeschön heimste die zusammengewürfelte Jubiläumsgruppe ein Exemplar des Begleitbuchs zur Ausstellung „Mehr als ein Spiel“ und ein Nationalmannschafts-Trikot ein.

Die Meisten: An Spitzentagen begeben sich rund 2.000 Museumsgäste auf den Ausstellungs-Rundgang. Bei der „ExtraSchicht“, der Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet,  sorgten Ende Juni sogar über 3.000 Besucherinnen und Besucher für lange Schlangen auf dem Museumsvorplatz. Die bisher größte zusammenhängende Besucher-Gruppe bildete eine komplette Grundschule aus Essen. 344 Schülerinnen und Schüler der Eichendorffschule Schönebeck buchten im Juni 2016 gemeinsam mit 29 Lehrkräften im Rahmen ihrer Projektwoche „Fußball – eine runde Sache“ die Entdeckungstour durch das Deutsche Fußballmuseum.

Die Schlauesten: Wenn Fußball-Comedian Ben Redelings im Rahmen des Kultur- und Veranstaltungsprogramms ANSTOSS zum Quizabend lädt, lassen sich Fußball-Kenner nicht lange bitten. An den zwei bisherigen Auflagen des N11 Fußballquiz im Deutschen Fußballmuseum nahmen jeweils über 60 Rätselfreunde teil.  Dabei machten sie mit erstaunlichem Fachwissen auf sich aufmerksam. Und zuweilen mit originellen Namen: Das zweitplatzierte Team der August-Veranstaltung nannte sich „Sitzen is für’n Arsch“.

Die Erfolgreichsten: Ob die Europa- und Weltmeisterinnen sowie seit diesem Sommer auch Olympiasiegerinnen der Frauen-Nationalmannschaft, die Weltmeister Horst Eckel, Sepp Maier, Wolfgang Overath, Jürgen Grabowski, Horst-Dieter Höttges, Rudi Völler, Thomas Häßler, Thomas Berthold, Olaf Thon, Mats Hummels, Benedikt Höwedes und Jogi Löw, oder 14 Vize-Weltmeister von 1966 oder die Vize-Weltmeister Klaus Fischer, Sebastian Kehl und Lars Ricken, die Europameister Bernard Dietz, Toni Schumacher, Horst Hrubesch, Thomas Helmer, Steffen Freund, Oliver Bierhoff und Otto Rehhagel – sie alle verschafften sich in den vergangenen zwölf Monaten einen Eindruck von der Ausstellung, die sie mit ihren großen Erfolgen maßgeblich mitgestaltet haben.

Die Eloquentesten:  Beim 1. Soccer Slam Cup Ruhr im Deutschen Fußballmuseum begeisterten im April sechs Poetry-Slammer mit ihren kunstvollen Texten über 250 Zuschauer und zeigten mit beeindruckender Wortakrobatik, wie sich die lebendigste Spielart der Literatur und die wichtigste Nebensache der Welt toll ergänzen.

Die Lautesten: Während der Europameisterschaft in Frankreich wurden die Spiele der deutschen Nationalmannschaft live auf einer großen Leinwand in der Multifunktionsarena des Deutschen Fußballmuseums gezeigt. Das sogenannte Private Viewing entwickelte sich im Laufe des Turniers zu einem wahren Publikumsrenner. Nach dem entscheidenden Treffer durch Jonas Hector im Elfmeterschießen beim Viertelfinale gegen Italien nahm der Jubel unter den rund 300 Gästen ohrenbetäubende Ausmaße an.

Die Exotischsten: Die Gäste, die bisher das Deutsche Fußballmuseum besucht haben, stammen aus über 80 Nationen. Von den USA und Kolumbien, über Südafrika, Portugal, China und Australien befinden sich darunter Menschen von sechs Kontinenten. Auch das nicht gerade als Fußball-Hochburg bekannte Indonesien zählt zu den Herkunftsländern der Museumsgäste.

Zu seinem einjährigen Geburtstag bedankt sich das Deutsche Fußballmuseum vom 25. Oktober bis zum 30. Oktober 2016 mit einer Aktionswoche für die großartige Resonanz in seinem Premierenjahr. Aktuelle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen werden unter fussballmuseum.de veröffentlicht.

Text: Knut Hartwig

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