EM-Erlebnistour im Deutschen Fußballmuseum

EM-Wochen im Fußballmuseum – kommt mit auf Erlebnistour!

Seit dem 10. Juni steht die Europameisterschaft auch im Deutschen Fußballmuseum im Fokus: Die EM-Wochen laufen!

Das heißt: Die Spiele der deutschen Mannschaft könnt ihr bei uns auf Großleinwand verfolgen, es gibt französische Köstlichkeiten in der Museumsgastronomie und  während unserer täglichen EM-Führungen durchs Museum werdet ihr auf besondere Exponate hingewiesen. Ihr dürft gespannt sein! Kommt doch mal mit auf eine Tour…

54, 74, 90, 14: Mit dieser Zahlenreihe kann wohl jedes Kind etwas anfangen. Es sind die Jahre, in denen die deutsche Nationalmannschaft jeweils den Weltmeistertitel gewann. Aber 72, 80, 96? Manchmal fallen die erfolgreichen Europameisterschaften etwas unter den Tisch. Dabei verstecken sich hier einige Geschichten, die erzählenswert sind. Bei den EM-Führungen durchs Fußballmuseum erfahrt ihr sie.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass es die EM als Turnier erst seit 1960 gibt? Der „Erfinder“ dieses Modus war Henry Delauny, nach dem übrigens auch der begehrte EM-Pokal benannt ist. Aber: Deutschland griff erst Jahre später ins Geschehen ein. 1960 und 1964 hielt der damalige Bundestrainer Sepp Herberger eine EM-Teilnahme zwischen den Weltmeisterschaften für reine „Zeitverschwendung“. Das müsste man sich heute mal vorstellen… 😉 1967 schaffte Deutschland die Qualifikation nicht und war bei der EM 1968 entsprechend nur Zuschauer. Es bleibt bis heute das einzige Scheitern in einer EM- oder WM-Qualifikation überhaupt.

Aber dann: Bei ihrer ersten Turnierteilnahme 1972 wurde die deutsche Elf direkt Europameister. Die Mannschaft gilt bei vielen immer noch als beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten; kein Wunder, waren doch Spieler wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Günter Netzer in der Form ihres Lebens. Im Deutschen Fußballmuseum seht ihr den Endspielball von damals: ein klassischer schwarz-weißer adidas-Fußball, der dem Museum vom damaligen Final-Schiedsrichter Ferdinand Marschall zur Verfügung gestellt wurde.

Nach dem Weltmeistertitel 1974 landete Deutschland bei der EM 1976 auf dem zweiten Platz. Müssen wir die Geschichte von Uli Hoeneß‘ verschossenem Elfmeter noch mal erzählen? 😉 Bereits 1980 folgte aber der zweite Streich. Wir zeigen die Kapitänsbinde von Bernard Dietz. Damals besiegte die DFB-Auswahl im Finale Belgien mit 2:1. Zum dritten und vorerst letzten Mal wurde die Nationalmannschaft 1996 unter Berti Vogts Europameister. Wir zeigen die Ausrüstung von Olli Bierhoff, der im Finale das Golden Goal markierte. Das werten wir als gutes Omen für die laufende EM, denn Bierhoff ist inzwischen schon viele Jahre Teammanager von „la Mannschaft“.

Auch die weniger erfreulichen Geschichten sparen wir nicht aus: So seht ihr im Museum die Finalplakette der UEFA aus dem Jahre 1992, als Außenseiter Dänemark die Deutschen im Finale besiegte. Das war besonders kurios, da Dänemark nur als Nachrücker an der EM teilgenommen hatte (Grund war der Ausbruch der Jugoslawien-Kriege). Trotz Fast Food und Strandurlaub vor dem Turnier schafften sie den Überraschungscoup.

Nach 1996 begann eine Durststrecke, was EM-Erfolge angeht. Damit hat übrigens auch Torwart-Titan Olli Kahn, der mittlerweile als TV-Experte arbeitet und als Nationaltorwart ein Gesicht der Nullerjahre war, keine besonders glanzvolle EM-„Karriere“ vorzuweisen. 2000 war der sportliche Tiefpunkt, als das Team schon nach der Vorrunde kläglich ausschied. Entsprechend boshaft war die mediale Begleitung. „Hier ruht der deutsche Fußball“, titelte die Hamburger Morgenpost – und setzte die Lettern auf einen Grabstein. Zu sehen: im Fußballmuseum. Rumpelfußball-Alarm! Doch das schlechte Abschneiden hatte die Konsequenz, dass der DFB seine Nachwuchsförderung auf den Kopf stellte und mit professionellen Leistungszentren aufwändig revolutionierte. Damit war die Grundlage für den Weltmeistertitel 2014 gelegt, den eine taktisch und technisch perfekt geschulte Generation erlangte.

Hier finden wir wieder eine Verbindung zur EM-Geschichte. Denn wer sagt, dass Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Jêrome Boateng, Sami Khedira und Mesut Özil „nur“ Weltmeister 2014 sind? Sie bringen als U21-Europameister 2009 eine Menge Erfahrung mit – und könnten sieben Jahre später nach dem „richtigen“ EM-Pokal greifen. Vielleicht klappt es mit der geeigneten Musik als Motivation. Die CD von 2012, die damals ständig im Mannschaftbus lief, ist bei uns ausgestellt – aber bekanntlich endete die „Road to Kiew“ nicht mit dem Titel. Und eine CD war es, weil es im Bus keinen Anschluss für einen MP3-Player gab…

Unsere Tour endet in der Multifunktionsarena. Der Pokal von 1996 steht normalerweise – wie auch die Trophäen von 1972 und 1980 – in der Schatzkammer. Momentan ist er aber in der Multifunktionsarena zu sehen, wo er den Zuschauern des Private Viewings als Fotomotiv dient und als Platzhalter für den Titel, den die deutsche Mannschaft hoffentlich 2016 holen wird.

Damit würden sie auch Spanien ärgern. Die Südländer könnten den Pokal nach 2008 und 2012 zum dritten Mal in Folge holen – das wäre ein Novum. In dem Fall dürften sie eine Kopie des Pokals behalten. Liebe Spanier, das wollen wir verhindern ;-). Außerdem möchten wir auch endlich mal den „neuen“ Pokal in die Höhe stemmen. Seit 2008 ist die Trophäe nämlich ohne Marmorsockel (weil: zu schwer) und deutlich größer als in den vorherigen Jahren (um den Stellenwert der Europameisterschaft zu unterstreichen).

All das und viel mehr könnt ihr im Deutschen Fußballmuseum sehen und erleben. Wer jetzt noch nicht in EM-Stimmung ist, ist selber Schuld 🙂 . Also: #JederFuerJeden! Sichert euch Tickets für die Dauerausstellung und die Führung.

PS: Sehen wir uns am Donnerstag zum Rudelgucken im Fußballmuseum? Bei uns verfolgt ihr das Duell in chilliger Atmosphäre: Bequeme Liegestühle und ein Dach überm Kopf, kalte Getränke, leckere Snacks und die bunten Fahnen aller EM-Teilnehmerländer erwarten euch. Bringt eure Freunde mit – wir freuen uns auf euch! Einlass ist ab 20 Uhr. Tickets: 5 Euro inkl. Freigetränk auf unserer Website und an der Tages- und Abendkasse.

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