einige der vielen Trikots

Sammle lieber ungewöhnlich: Petars kunterbunte Trikotsammlung

Trikots sammeln kann jeder. Petar sammelt lieber ungewöhnlich, auch wenn es bei ihm ganz klassisch mit einem Trikot vom FC Bayern München angefangen hat. Doch mittlerweile hat er – im wahrsten Sinne des Wortes – eine kunterbunte Mischung. Wir haben mit dem 34-jährigen Logistiker im Bereich Arbeitsschutz gesprochen.

Mit einem Trikot vom FC Bayern München hat alles angefangen – das musst du uns erklären. Bist du Bayern-Fan?
Nein! (lacht) Meine Eltern sind Bayern-Fans, weil mein Vater mal in der Region gearbeitet hat. Sagen wir mal so: Sie haben versucht, meinem Bruder und mich für die Bayern zu begeistern, aber es hat nicht geklappt. Wir sind beide eingeschweißte BVB-Fans.

Wie bist du zum Trikotsammler geworden?
Da war ich sieben oder acht Jahre alt und habe von meinen Eltern ein Bayern-Trikot bekommen. Das war Ende der 1980-er Jahre. Richtig angefangen zu sammeln habe ich im Alter von 14, 15 Jahren, als ich das erste eigene Geld hatte. Damals gab es hier in Dortmund einen Laden mit außergewöhnlichen Trikots – da war ich Stammkunde (lacht). Intensiver ist meine Sammelei dann noch mal durchs Internet geworden. Facebook, Ebay und Co erleichtern die Sucherei und das Kaufen enorm.

Du sammelst lieber ungewöhnlich, könnte man sagen. Nach welchem Prinzip gehst du vor?
Ich versuche, Trikots aus möglichst vielen Ländern zu bekommen. Das Design ist mir wichtig. Das ist natürlich immer Geschmackssache, klar. Aber Trikots, die ich hässlich oder langweilig finde, kaufe ich nicht.
Und: Ich ziehe eher unbekannte Vereine vor. Ich finde einen Verein aus der 2. italienischen Liga zum Beispiel per se spannender als den AC Mailand. Oder Trikots aus Rumänien, Thailand… die hat halt nicht jeder!

 

Was heißt das genau für dich: Design?
Ich mag zum Beispiel Sondereditionen wie das Real Madrid-Trikot zum 7. Champions League-Gewinn 1998. Außerdem habe ich Jubiläumstrikots von LASK Linz, Borussia Dortmund, Racing Club de Avellaneda und Fenerbahçe Istanbul.
Ein cooles Muster ist ein Muss. Und: zweifarbig ist besser als einfarbig. Eine besondere Rückennummer… eben alles, was mir gefällt. Es kommt noch hinzu, dass die Trikots auf jeden Fall einen Sponsorendruck haben müssen. „Nackte Brust“ kommt nicht in Frage.

Hast du vom BVB jedes Trikot?
Nein. 2012 gab es zum Beispiel dieses gelbe Trikot mit den schwarzen Punkten. Das fand ich einfach hässlich, das hätte ich mir nie gekauft.

Wie viele Trikots besitzt du insgesamt?
Ich habe mittlerweile 120 Trikots aus 40 Ländern. Eines von Tottenham Hotspur wurde mir leider in Portugal aus dem Auto geklaut. Und ich habe auch Trikots von Vereinen, die gar nicht mehr existieren. Das sind alles originale Fanshoptrikots. Ein matchworn-Trikot habe ich von den Colorado Rapids.

Wie kommst du an die Trikots?
Über ganz verschiedene Wege: Wenn ich selber im Urlaub bin, gucke ich immer, welcher Verein vor Ort ist. Wenn es passt, besorge ich mir das Trikot. Übrigens gehe ich immer auch gern in „fremde“ Stadien. Ich betreibe zwar kein Groundhopping, aber es geht in die Richtung.

Musst du selbst vor Ort gewesen sein, um ein Bezug zum Trikot zu haben?
Nein. Mittlerweile wissen ja alle in meinem Bekanntenkreis von meiner Leidenschaft. Das heißt, wenn irgendjemand in den Urlaub fährt, hält er schon mal Ausschau nach interessanten Trikots für Petar. Ein ehemaliger Jugendspieler ist zum Beispiel gerade in Neuseeland. Da wird er mir ein paar Trikots mitbringen.
Ich bestelle hauptsächlich online auf Fanshop-Seiten. Mit eBay hat alles begonnen, ist allerdings nur noch selten für mich interessant. Man muss dort sehr aufpassen, weil viele Fälschungen im Umlauf sind. Wenn ich ein interessantes Trikot im Fernsehen sehe, dann suche ich online nach den Trikots. Hier ist es auch praktisch, sich mit anderen Fans in Facebook-Gruppen auszutauschen und Tipps und Tricks zu bekommen, wo es gerade Angebote gibt.

Was ist dein ungewöhnlichstes Trikot?
Ich habe ungewöhnliche Trikots aus Thailand, Peru, Honduras und Aserbaidschan.
Die härteste Farbkombination kommt aber von unseren Nachbarn aus den Niederlanden: Von Willem II Tilburg habe ich ein grün-lila gestreiftes Trikot.
Das älteste, ausländische Trikot, das ich besitze, ist von Feyenoord Rotterdam.

Katalogisierst du?
Ich führe keine Excel-Tabelle, fotografiere die Trikots aber ab und arbeite mit Photoshop noch das Logo in den Hintergrund ein. So stelle ich sie dann auf mein privates Facebook-Profil.

Was machst du sonst mit den Trikots?
Ich spiele selber Fußball und trage bei jedem Training eines meiner Trikots. Das heißt, sie verkümmern bei mir nicht im Schrank. Trotzdem: Wenn ich 2-3 x pro Woche trainiere und zu jedem Training ein anderes Trikot anziehe, bräuchte ich trotzdem rund ein Jahr, um jedes mal anzuhaben… (lacht)

Kannst du sagen, wie viel Geld du in dein Hobby steckst? Und wo soll das noch hinführen?
Durchschnittlich gebe ich 25 bis 30 Euro für ein Trikot aus. Mal sehen, wie lange ich noch weitersammele. Es kann auch sein, dass ich irgendwann an den Punkt komme, wo ich aufhöre.
An Veröffentlichung über eine Website oder ähnliches habe ich kein Interesse, die Sammelei betreibe ich einfach so für mich. Die Bilder sind auf meiner privaten Facebook-Seite nur für meine Freunde zu sehen.

Gibt es denn irgendein Land oder irgendeinen Verein, den du unbedingt noch haben willst?
Nein. Ich gucke nur nach auffälligen Sachen, aber aus einem bestimmten Land muss es nicht sein. Ein Nationaltrikot aus Kroatien ist mir zum Beispiel einfach wichtig, weil meine Eltern daher stammen. Mit diesem Design von 1994 haben die Kroaten das erste Mal offiziell an einer Qualifikationsrunde teilgenommen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Seid ihr auch auf der Jagd nach bestimmten Trikots, Fanartikeln oder ähnlichem? Habt ihr wie BVB-Fan Michael eure persönliche Schatzkammer zuhause? Für welchen Verein würdet ihr alles geben? Meldet euch bei uns – wir sind gespannt auf eure Geschichten!

Fotos: Petar Tutek

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