Maradona-Trikot von 1988

Exponate aus dem Kleiderschrank

Erinnert ihr euch noch an Lars? Er ist der „Trikotgeschichten-Sammler“ und hat uns im vergangenen Dezember erzählt, wie sehr ihn die Geschichten von ehemaligen Bundesliga-Profis und anderen Trikot-Begeisterten faszinieren, die hinter diesen vermeintlich profanen Stücken Stoff stehen. Heute kommt Lars hier zu Wort und erzählt, wen er zuletzt für seinen Blog vergissmeintrikot.net interviewt hat:


Gastbeitrag von Lars Lorenz

Es ist schon erstaunlich. Immer wieder, wenn ich bei Euch im Blog „rumstöbere“, bin ich überrascht. Überrascht darüber, was die Protagonisten des deutschen Fußballs alles so aufbewahren. Glücklicherweise! Ein gutes Beispiel dafür ist die Gelbe Karte. Nicht irgendeine. Sondern die aus dem WM-Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Südkorea 2002. 71 Minuten waren gespielt, als der Schweizer Schiedsrichter Urs Meier Michael Ballack mit Gelb verwarnte. Und ihn somit für das Finale gegen Brasilien sperrte, denn der „Capitano“ war bekanntlich vorbelastet. Im verlorenen Finale gegen Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho zeigte unsere Mannschaft dann ihre beste Turnierleistung, abgesehen vom Patzer des Titans.

Erfreulicher hingegen ist da schon die Erinnerung an das Champions League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Juventus Turin 1997. Als Lars Ricken der Aufforderung des Kommentators Marcel Reif Folge leistete und den Ball zum 3:1 ins Tor lupfte, war der Jubel groß. Martin Kree, einst der Mann mit dem härtesten Schuss der Bundesliga, übergab sein Finaltrikot dem Fußballmuseum. Ein weiteres Erinnerungsstück, das die deutsche Fußballgeschichte im Museum erlebbar macht.

Gerade bei Trikots ist das häufig so. Grund genug, um vor rund sechs Monaten mit vergissmeintrikot.net zu starten. Das Herzstück des Blogs sind die aufbewahrten Trikots ehemaliger Bundesligaprofis und ihre Erinnerungen daran. Die Exponate aus dem Kleiderschrank, wenn man so will.

Claus Reitmaier, Andreas Buck, Juri Schlünz, Siggi Reich, Martin Groth, Carsten Linke, Darius Scholtysik und auch der 90er Weltmeister Guido Buchwald verrieten bereits 2015, welche Trikots sie heute noch besitzen. Oder – wie im Fall von Buchwald – für welche Jerseys sie inzwischen einen „besseren“ (Guido Buchwald) Platz gefunden haben.

Jüngst präsentierte mit Uli Borowka einer von Buchwalds Weggefährten in der Nationalmannschaft das Trikot von einem Spieler, der zu diesem Zeitpunkt in seiner eigenen Liga spielte: Diego Armando Maradona. An das Freundschaftsspiel gegen Argentinien am 2. April 88 und den Moment des Trikottausches erinnert sich der Ex-Profi von Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach noch heute:

„Maradona war zu diesem Zeitpunkt auf einem verdammt hohen Level. Wie er schon beim Warmmachen den Ball jonglierte, es war atemberaubend. Eigentlich sollte ich gegen Caniggia spielen, doch die beiden wechselten die Seiten. 85 Minuten“, betont Borowka, „habe ich auf ihn eingetreten!“ Deutschland gewann dank des Treffers von Lothar Matthäus mit 1:0.

„Kurz vor dem Abpfiff merkte ich, dass Matthäus, Völler und Kohler Maradona auf das Trikot ansprachen. Dann habe ich mir gedacht: kannst du eigentlich auch machen. Als ich Maradona fragte, guckte er mich an wie ein kaputtes Auto. Ausgerechnet ich, der ihn während des gesamten Spieles mehrfach umnagelte. Glücklicherweise wurde das Spiel auf Höhe der Mittellinie abgepfiffen. Ich habe mir Maradona dann geschnappt, die vier, fünf Treppen im Olympiastadion runtergeschubst und ihm das Trikot ausgezogen. Anschließend duschte ich mit dem Trikot. Ansonsten hätte es mir Matthäus oder jemand anders noch geklaut. Das waren alles Schlitzohren!“

Trikots sind Erinnerungsstücke. Für einen Spieler, für einen Verein, für die Fans. Wie die Gelbe Karte von Urs Meier eignen sie sich besonders, um Fußballgeschichte erlebbar zu machen. Und es ist immer wieder überraschend, welche Trikots nach Jahren wieder auftauchen.


Danke für deinen Beitrag, Lars! Wir stimmen dir völlig zu und werden deinen Blog weiter fleißig verfolgen, weil wir gespannt sind, welche Geschichten du als nächstes an Tageslicht beförderst.

Übrigens: Das Trikot von Guido Buchwald, das Lars angesprochen hat, ist bei uns in Dortmund im Deutschen Fußballmuseum zu sehen. Wir freuen uns auf euren Besuch – dieses und rund 1.600 andere Exponate warten auf euch. Tickets gibt’s in unserem Online-Shop oder an der Tageskasse.

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Ein Gedanke zu „Exponate aus dem Kleiderschrank“

  1. jag skrev inte elakt men svaret du skrev var elakt!Men att vara elak Ã¥t andra Ã¥ inte tÃ¥la poängen tyder helt enkelt pÃ¥ svaghet som brukar blomma upp när folk är avundsjuka – vilket kom fram i din Kommentar ”anna”, Växt upp ! God forts. pÃ¥ dagen!

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