Mit Jogginghose lässt es sich arbeiten

Tag der Jogginghose – auch im Deutschen Fußballmuseum

„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Lieber Karl Lagerfeld, diese Meinung teilen wir nicht. Jogginghosen gehören im Sport dazu (und wenn wir ehrlich sind, nicht nur da – aber da kann ein Modedesigner natürlich eine andere Auffassung haben 😉 ). Aber dann haben wir uns im Fußballmuseum umgesehen und erstaunt festgestellt, dass wir in Sachen Jogginghosen auch einigen Nachholbedarf haben.

Deswegen haben wir Mitarbeiter des Fußballmuseums uns einfach selber in Schale geschmissen und tragen heute – am Tag der Jogginghose – unsere liebsten Jogginghosen im Büro. Schließlich muss dieser Tag gebührend gefeiert werden! 😉

Zurück zur Ausstellung, in der es tatsächlich nur eine Jogginghose zu sehen gibt – und das ist eher eine Trainingsanzugshose, nämlich die von Jürgen Klinsmann aus dem Sommermärchen-Jahr 2006. Als Bundestrainer legte er auch auf ein neues Erscheinungsbild der Nationalmannschaft Wert: Es wurde frischer und farbiger. Die radikale Verjüngung der DFB-Elf zeigte sich eben auch in der Kleidung.

Der Stil der Nationalmannschaft spiegelt immer schon Mode und Zeitgeist wider. Herrenausstatter, Sportausrüster und Unterwäsche-Designer kleiden die Fußballer modisch und funktional ein. Dabei zählt jedes Detail: das Design der Fußballschuhe, geeignete Materialien für die Funktionswäsche bis hin zur Wahl der Freizeitkleidung. Die Ausrüstung ist penibel zusammengestellt. Davon erzählen die Ausrüster-Listen, die bei uns in der Ausstellung zu sehen sind: Was hat die Nationalmannschaft in die Koffer gepackt, als sie 1970 nach Mexiko geflogen ist? Und was landete im Gepäck, als der DFB-Tross zur WM 1982 aufbrach? All das könnt ihr im Deutschen Fußballmuseum entdecken.

Besonders kultig ist eine Jogginghose, die wir ganz oft in der Bundesliga gesehen haben: Erinnert ihr euch noch an Gabor Kiraly? Der Torwart spielte lange in Deutschland. Bis heute trägt der Nationaltorhüter, der sich mit Ungarn für die EM in Frankreich qualifiziert hat, bei allen Spielen stets eine übergroße, graue Jogginghose. Der Legende nach zog er sie einmal als Verlegenheitslösung an, gewann dann damit ein wichtiges Spiel und wollte fortan nie mehr eine normale Torhüter-Hose tragen. So wird aus einem profanen Kleidungsstück ganz schnell ein Glückbringer. Kiraly war so abergläubisch, dass er seine Hosen sogar selber gewaschen hat.

Ihr seht also, dass die Jogginghose im Fußball eine wichtige Rolle spielt. Wir kommen nicht jeden Tag damit ins Büro – aber dass wir dieses besondere Kleidungsstück würdigen, ist selbstverständlich. Wer weiß, vielleicht können wir die Ausstellung in naher Zukunft durch eine weitere Trainingshose bereichern. Auch wenn wir jetzt schon wissen, dass sie nicht von Karl Lagerfeld sein wird 🙂 .

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